Alexander Kustov ist Professor für Migration an der Universität Notre Dame. Er erforscht die öffentliche Meinung und demokratische Regierungsführung mit einem Schwerpunkt auf dem Umgang mit Einwanderung, ethnischen Spannungen und anderen demografischen Fragen in einkommensstarken Ländern. Er ist auf computergestützte und experimentelle Methoden spezialisiert und nutzt vielfältige Datenquellen von Umfragen bis hin zu historischen Aufzeichnungen. Sein Buch In unserem Interesse: Wie Demokratien Einwanderung populär machen können (In Our Interest: How Democracies Can Make Immigration Popular, Columbia University Press, 2025) untersucht, unter welchen Bedingungen die Mehrheit der Menschen trotz ihrer Vorurteile eine freiere Einwanderung akzeptieren würde.
Seine Forschung wurde in American Political Science Review, British Journal of Political Science, Comparative Political Studies, Journal of Politics, Perspectives on Politics und World Politics veröffentlicht. Sie wurde durch bedeutende Stipendien und Auszeichnungen anerkannt, darunter von der Russell Sage Foundation, der American Political Science Association und dem Department of Defense Army Research Office. Er hat außerdem für The Washington Post und Foreign Affairs geschrieben und wurde in The New York Times, Economist, Atlantic und Financial Times sowie von Denkfabriken wie dem Bipartisan Policy Center, dem Center for Global Development und dem Niskanen Center erwähnt.
Derzeit ist er Autor des Newsletters Popular by Design und Mitwirkender bei Good Authority sowie Associate Editor beim Journal of Ethnic and Migration Studies. Vor seiner Berufung an die Notre Dame war er Assistant Professor an der University of North Carolina und Postdoctoral Associate an der Jackson School of Global Affairs der Yale University. Er hat seinen gemeinsamen Doktortitel in Politics and Social Policy an der Princeton University erworben. Er ist erreichbar unter akustov@nd.edu. Seinen Lebenslauf finden Sie hier.
Ausgewählte Artikel
Kustov, Alexander and Michelangelo Landgrave. 2025. Einwanderung ist schwierig?! Die Aufklärung von Wählern über Einwanderungspolitik fördert einwanderungsfreundliche Haltungen (Immigration is Difficult?! Informing Voters About Immigration Policy Fosters Pro-immigration Views). Journal of Experimental Political Science.
Die meisten Amerikaner wissen erstaunlich wenig darüber, wie das Einwanderungssystem tatsächlich funktioniert. In dieser Studie haben wir ein nationales Umfrageexperiment durchgeführt, das den Menschen zeigte, wie schwierig und belastend der legale Einwanderungsprozess wirklich ist—durch kurze, überprüfbare Erzählungen. Es stellte sich heraus, dass allein die Information der Wähler über diese Realitäten ihre Meinungen in eine einwanderungsfreundliche Richtung verschob. Anders als frühere Versuche, die Fehlwahrnehmungen über die Einwanderer selbst korrigieren wollten, erwies sich die Erklärung des Prozesses als weitaus wirksamer, um Meinungen zu ändern.
Kustov, Alexander. 2025. Über das Umstimmen hinaus: Die Themenwichtigkeit der Ausweitung legaler Einwanderung erhöhen (Beyond Changing Minds: Raising the Issue Importance of Expanding Legal Immigration). Perspectives on Politics. 23 (4): 1444-1463.
Selbst wenn Umfragen eine Mehrheitsunterstützung für Einwanderung zeigen, ist das Thema für einwanderungsfeindliche Wähler tendenziell viel wichtiger—was ihnen einen unverhältnismäßig großen politischen Einfluss verleiht. Diese Studie untersuchte, ob diese Lücke geschlossen werden kann. In einem großen nationalen Experiment zeigte ich, dass die Präsentation überprüfbarer Argumente über die Vorteile einer Ausweitung der legalen Einwanderung nicht nur die Meinungen veränderte, sondern—entscheidend—dazu führte, dass einwanderungsfreundliche Wähler dem Thema mehr Bedeutung beimaßen. Die Maßnahme ging nicht nach hinten los, indem sie die Gegenseite mobilisierte, was darauf hindeutet, dass sie als breite öffentliche Informationskampagne funktionieren könnte.
Kustov, Alexander, Dillon Laaker, and Cassidy Reller. 2021. Die Stabilität von Einwanderungseinstellungen: Evidenz und Implikationen (The Stability of Immigration Attitudes: Evidence and Implications). Journal of Politics. 83 (4): 1478-1494.
Können die Meinungen der Menschen zur Einwanderung durch Ereignisse, Wirtschaftskrisen oder politische Kampagnen verändert werden? Auf der Grundlage von neun Paneldatensätzen stellen wir fest, dass Einwanderungseinstellungen über die Zeit bemerkenswert stabil sind—selbst bei großen Erschütterungen. Dies stellt einen umfangreichen Forschungskorpus in Frage, der davon ausgeht, dass sich Einstellungen mit veränderten Umständen wandeln. Stattdessen deuten die Befunde auf tief verwurzelte Prädispositionen hin, die durch Sozialisation geformt werden. Die Implikation: Wissenschaftler sollten vorsichtig sein, politischen Wandel auf veränderte Einwanderungsmeinungen zurückzuführen, denn diese Meinungen bewegen sich kaum.